Der Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg hat das Hagener Stadtbild stark verändert, doch unter der modernen Oberfläche verbirgt sich eine geologische Mischung aus devonischen Tonschiefern, Lösslehmen und Talfüllungen der Volme und Ennepe. Wer heute in Hagen baut, trifft auf diese heterogenen Untergründe. Eine Schürfgrube liefert hier die direkteste Form der Bodenansprache. Anders als bei reinen Bohrsondierungen sehen unsere Ingenieure das Schichtprofil ungestört im Aufschluss, können Bodenart, Klüftung und Verwitterungsgrad prüfen und gestörte sowie ungestörte Proben für das Labor gewinnen. Gerade in Hagen mit seinen stark wechselnden Bodenschichten auf engstem Raum ist dieser direkte Einblick unbezahlbar. Das Verfahren schafft Klarheit, bevor teure Erdarbeiten beginnen, und reduziert das Risiko von Überraschungen im Baugrund erheblich.
Im Hagener Baugrund wechseln feste Schiefer und weiche Talfüllungen oft auf wenigen Metern – die Schürfgrube schafft hier den entscheidenden Durchblick.
Lokale Besonderheiten
In Hagen sehen wir häufig, dass ältere Bausubstanz auf flach gegründeten Streifenfundamenten steht, ohne dass der Untergrund je systematisch untersucht wurde. Bei Neubauten oder Anbauten direkt daneben fehlt dann die Kenntnis der genauen Schichtgrenzen. Eine fehlende Schürfgrube kann hier dazu führen, dass eine vermeintlich tragfähige Schicht nur ein dünnes, auskeilendes Band ist und die Lasten in den darunterliegenden weichen Auelehm abgetragen werden. Setzungsrisse und ungleiche Verformungen sind die typische Folge, besonders im Bereich der Volmeaue. Auch das Übersehen von alten Auffüllungen mit Bauschutt oder Schlacke, wie sie in der Industriestadt Hagen vielerorts vorkommen, wird ohne direkten Aufschluss zum Kostenrisiko. Die Sanierung solcher Schäden übersteigt die Kosten einer frühzeitigen Baugrunderkundung um ein Vielfaches.
Maßgebliche Normen
DIN EN ISO 22475-1: Geotechnische Erkundung und Untersuchung, DIN EN ISO 17892 Reihe: Geotechnische Erkundung und Untersuchung – Laborversuche an Bodenproben, DIN 4124: Baugruben und Gräben – Böschungen, Verbau, Arbeitsraumbreiten, DIN EN 1997-2 (Eurocode 7): Entwurf, Berechnung und Bemessung in der Geotechnik – Erkundung und Untersuchung
Häufig gestellte Fragen
Wann ist eine Schürfgrube in Hagen einer Bohrung vorzuziehen?
Eine Schürfgrube bietet sich immer dann an, wenn die oberflächennahen Schichten genauer untersucht werden müssen, als es eine Bohrung zulässt. In Hagen ist das oft der Fall, weil hier alte Auffüllungen, verwitterter Fels und Lösslehm auf engstem Raum wechseln. Der offene Aufschluss erlaubt eine direkte Begutachtung der Schichtflächen, Klüfte und Einlagerungen, die im Bohrklein verloren ginge. Zudem lassen sich aus der Grubenwand große, ungestörte Probenblöcke für spezielle Laborversuche gewinnen.
Mit welchen Kosten muss ich für eine Schürfgrube in Hagen rechnen?
Für eine Maschinenschürfgrube bis etwa 3,5 Meter Tiefe inklusive Verbau, Wasserhaltung, Probenahme und Dokumentation liegen die Kosten in Hagen typischerweise zwischen 430 und 670 Euro. Die Spanne ergibt sich aus Faktoren wie der Zugänglichkeit des Geländes, der erforderlichen Verbautechnik und dem Umfang der Probenahme. Genaue Zahlen erhalten Sie nach einer kurzen Besichtigung der örtlichen Gegebenheiten.
Welche Sicherheitsvorkehrungen sind bei einer Schürfgrube zu beachten?
Die Sicherheit bei der Arbeit in der Grube hat oberste Priorität. Wir arbeiten streng nach DIN 4124, die für Baugruben und Gräben die erforderlichen Böschungswinkel, Verbauarten und Arbeitsraumbreiten vorgibt. In Hagen mit seinem oft verwitterten Fels und den bindigen Deckschichten setzen wir ab einer Tiefe von 1,25 Metern grundsätzlich einen Grabenverbaugerät ein. Die Grube wird vor dem Betreten von Gasen freigemessen und gegen herabfallende Teile gesichert.
Wie lange dauert die Anlage einer Schürfgrube samt der Untersuchungen?
Die reine Feldarbeit für eine Schürfgrube nimmt in der Regel einen halben bis einen ganzen Tag in Anspruch, abhängig von der Tiefe und den Bodenverhältnissen. Die anschließenden Laborversuche nach DIN EN ISO 17892 benötigen je nach Umfang etwa eine Woche. Das fertige Baugrundgutachten liegt Ihnen normalerweise zehn bis zwölf Werktage nach dem Aufschlusstermin vor.