Hagen wuchs im 19. Jahrhundert mit der Industrialisierung rasant – und auf einem geologisch anspruchsvollen Untergrund. Die Stadt verteilt sich über die Talsohle der Volme und die bewaldeten Hänge des Sauerlands, wo Auelehm auf Felszersatz trifft und die quartären Deckschichten oft nur wenige Meter mächtig sind. Wer hier baut, braucht ein Verfahren, das Übergänge zwischen Lockergestein und verwittertem Schiefer zuverlässig erfasst. Der CPT-Versuch ersetzt in solchen Situationen aufwendige Rammkernsondierungen und liefert ein nahtloses Profil – ohne Probenausbau, ohne Bohrgutverlust. In Hanglagen von Eilpe oder am Emster Schacht setzen wir die Drucksonde gezielt ein, um die Baugrundtragfähigkeit für Fundamentplatten und Stützbauwerke zu bewerten.
Der CPT-Versuch zeigt noch vor dem ersten Baggerbiss, ob der Baugrund in Hagen eine Bodenverbesserung braucht oder direkt belastbar ist.
Vorgehen und Leistungsumfang
Das Hagener Stadtgebiet kennt jeder Bauleiter als Wechselspiel zwischen dichten, vorbelasteten Terrassensanden und weichen Auenböden entlang der Volme. Diese Kontraste lassen sich mit einer
Korngrößenanalyse nur punktuell auflösen, während die CPT-Sondierung den Spitzendruck und die Mantelreibung kontinuierlich aufzeichnet. Gerade im Herbst, wenn die Böden oberflächlich aufgeweicht sind und die Eindringung scheinbar einfach wirkt, zeigt der Reibungsquotient zuverlässig, ob eine bindige Zwischenschicht unter dem Sand liegt. In Verbindung mit einem
Plattendruckversuch prüfen wir dann direkt auf Planumsebene, ob der Verformungsmodul die Anforderungen der RStO erfüllt. Für tiefere Baugruben im Hagener Norden, etwa im Gewerbegebiet Lennetal, kombinieren wir die CPT-Daten mit einer
seismischen Refraktion, um die Felsoberkante geophysikalisch zu verifizieren und Abteufrisiken zu minimieren.
Lokale Besonderheiten
Hagen liegt auf 106 m ü. NHN, doch die Spanne reicht von 86 m im Volmetal bis über 400 m an den Hängen des Ebbergs. Diese Reliefenergie führt dazu, dass Baugrundgutachten, die nur auf punktuellen Bohrungen basieren, die laterale Variabilität oft unterschätzen. Ein klassischer Fall aus der Praxis: Im unteren Lennetal wurde eine Gewerbehalle auf einer vermeintlich homogenen Sandlinse geplant. Erst die CPT-Sondierung deckte einen eingelagerten, unterkonsolidierten Schluffhorizont auf, der Setzungsdifferenzen von mehreren Zentimetern verursacht hätte. Das Risiko liegt nicht im bindigen Boden selbst, sondern in seiner unerkannten Verbreitung. Mit einem CPT-Versuch entlang der Bauwerksachse lassen sich solche Linsen sicher abgrenzen – schneller als mit jeder Rammkernbohrung und mit einer Tiefenauflösung, die für die Bemessung nach EC 7-1 ausreicht.
Häufig gestellte Fragen
Welche Tiefe erreicht eine CPT-Sondierung im Hagener Baugrund?
In den quartären Lockergesteinen der Volme- und Lennetalaue erreichen wir mit der 20-Tonnen-Sonde meist Tiefen zwischen 12 und 18 Metern. Die Eindringung endet, wenn der Spitzendruck 50 MPa übersteigt – typischerweise beim Auftreffen auf den verwitterten Tonschiefer des Oberdevon. In den Hanglagen mit geringmächtiger Verwitterungsdecke ist oft schon nach 4 bis 6 Metern Schluss. Wir dokumentieren den Endwiderstand und schlagen bei Bedarf eine ergänzende Kernbohrung für den Felsnachweis vor.
Was kostet ein CPT-Versuch in Hagen?
Eine Tagespauschale für die CPT-Sondierung liegt in Hagen zwischen €140 und €220 pro Einsatz, abhängig von der erforderlichen Sondiertiefe, der Zugänglichkeit des Geländes und der Anzahl der Sondierpunkte. Darin enthalten sind die Messdatenerfassung, die Auswertung als Schichtprofil und der Kurzbericht mit Bodenklassifikation nach Robertson. Bei mehr als fünf Sondierungen oder Kombination mit Laborversuchen erstellen wir ein Pauschalangebot.
Wie unterscheidet sich CPT von einer Rammsondierung?
Die CPT-Sonde misst kontinuierlich Spitzendruck und Mantelreibung und liefert ein nahezu lückenloses Bild der Schichtung – ohne Probenentnahme. Die Rammsondierung (DPH) registriert dagegen nur Schlagzahlen pro 10 cm Eindringung. CPT eignet sich besonders für bindige und gemischtkörnige Böden, wo Schlagzahlen allein keine zuverlässige Klassifikation erlauben. In Hagen setzen wir CPT bevorzugt ein, wenn der Baugrund aus Auelehm und Feinsanden besteht und eine Setzungsprognose gefragt ist.
Brauche ich für die CPT-Sondierung eine Genehmigung?
Für die meisten Bauvorhaben in Hagen ist die CPT-Sondierung als direkte Aufschlussmethode ohne Eingriff in den Grundwasserleiter genehmigungsfrei, solange sie auf dem eigenen Baugrundstück stattfindet. Anders sieht es in Wasserschutzzonen aus, etwa im Einzugsgebiet der Hasper Talsperre. Hier ist eine Anzeige bei der Unteren Wasserbehörde erforderlich. Wir kümmern uns um die Abstimmung mit den Hagener Umweltbehörden, bevor der Sondiertrupp anrückt.