Die Geologie Hagens stellt Bauherren immer wieder vor hydrologische Überraschungen. Zwischen den Höhen des Sauerlands und dem flacheren Ruhrtal wechseln dichte Tonsteinbänke mit klüftigen Sandsteinhorizonten – die tatsächliche Wasserdurchlässigkeit schwankt auf kürzester Distanz erheblich. Laborwerte allein reichen hier selten aus, denn ein gewachsener Fels mit Trennflächen verhält sich fundamental anders als eine gestörte Probe im Permeameter. Der Felddurchlässigkeitsversuch nach Lefranc im Lockergestein oder nach Lugeon im Fels liefert den echten kf-Wert unter In-situ-Bedingungen. In Hagen mit seinen 26,1 km² Wasserfläche und zahlreichen Bächen, die tiefe Kerbtäler in die Mittelgebirgsschwelle geschnitten haben, ist das Wissen um die reale Sickerfähigkeit des Untergrunds die Grundlage jeder wirtschaftlichen Wasserhaltung. Bevor die Baugrube steht, muss die Frage geklärt sein, ob der Boden das Wasser aufnimmt oder ob es sich hinter Spundwänden aufstaut. Unser Team führt diese Versuche mit kalibrierten Messsystemen im Hagener Stadtgebiet durch, von Wehringhausen bis Hohenlimburg, und kombiniert sie bei Bedarf mit einer SPT-Bohrung zur parallelen Schichtansprache oder einem CPT-Versuch für die lückenlose Profilierung der Lagerungsdichte.
Ein Lugeon-Wert von 3 bedeutet nicht dreimal so viel Wasser wie 1 Lugeon – das logarithmische Verhalten klüftiger Gebirge verlangt ein gründliches Verständnis der Auswertealgorithmen.
