In Hagen treffen wir regelmäßig auf eine geologische Situation, die viele Bauherren unterschätzen: die enge Verzahnung von Massenkalkzügen des Devons mit dünnen, verwitterungsanfälligen Ton- und Schluffschichten. Es ist eben nicht der homogene Fels, den man auf den ersten Blick erwartet. Eine bodenmechanische Untersuchung liefert hier den entscheidenden Datensatz, bevor der Bagger anrollt. Wir kombinieren im Labor die Korngrößenanalyse nach DIN EN ISO 17892-4 mit den Atterberg-Grenzen nach DIN EN ISO 17892-12, um die Plastizität der Hagener Verwitterungslehme exakt einzugrenzen. Gerade in den Hanglagen oberhalb der Volme, wo bindige Böden auf klüftigen Fels treffen, entscheidet diese Analytik über die Wahl des Gründungskonzepts.
Der Hagener Baugrund ist eine devonische Wechsellagerung – ohne differenzierte Scherfestigkeit aus dem Triaxialversuch bleibt jede Gründungsempfehlung eine Vermutung.
Vorgehen und Leistungsumfang
Ein typischer Fall aus dem Hagener Norden: Ein Mehrfamilienhaus am Hang, direkt auf einer Wechselfolge aus Honseler Schichten. Der Baugrund sieht massiv aus, aber die hangparallele Entfestigung ist tückisch. Unsere bodenmechanische Untersuchung umfasst dann zwingend den
Triaxialversuch nach DIN 18137-2 zur Bestimmung der effektiven Scherparameter. Wir messen Reibungswinkel und Kohäsion an ungestörten Sonderproben, die zuvor mit einem Doppelkernrohr gewonnen wurden. Parallel dazu läuft der
Rahmenscherversuch nach DIN 18137-3, wenn die Konsistenz des Bodens keine Triaxialzelle zulässt. Die Ergebnisse fließen direkt in die standsicherheitsrelevante Beurteilung der
Böschungsstabilität ein – kein theoretisches Zahlenspiel, sondern eine reale Absicherung gegen Kriechbrüche, wie sie im Hagener Devon immer wieder auftreten.
Häufig gestellte Fragen
Welche bodenmechanischen Kennwerte sind für eine Gründung in Hagen zwingend erforderlich?
Für eine standsichere Gründung benötigen Sie mindestens die Wichte des feuchten und trockenen Bodens, die effektiven Scherparameter φ' und c' sowie den Steifemodul. Bei bindigen Böden, wie den in Hagen verbreiteten Verwitterungslehmen, sind zusätzlich die Konsistenzgrenzen und die Plastizitätszahl maßgebend. Wir fahren in Hagen grundsätzlich ein Programm nach DIN 4020 mit mindestens drei Triaxialversuchen je Homogenbereich.
Was kostet eine bodenmechanische Untersuchung für ein Einfamilienhaus in Hagen?
Für ein typisches Einfamilienhaus in Hagen bewegt sich der Aufwand für eine vollständige bodenmechanische Untersuchung mit Laborversuchen, abhängig von der Probenanzahl und den erforderlichen Prüfverfahren, in einer Größenordnung zwischen 2.710 € und 4.790 €. Darin enthalten sind Klassifikationsversuche, mindestens drei Scherversuche und ein Kompressionsversuch sowie der schriftliche Geotechnische Bericht.
Warum reicht eine Rammsondierung ohne Laborversuche in Hagen nicht aus?
Die Rammsondierung liefert nur einen indirekten Widerstandswert über die Spitzenreibung. Sie kann weder den Reibungswinkel noch die Kohäsion noch das Verformungsverhalten direkt messen. In den heterogenen Hagener Böden mit Wechsellagerungen aus Ton und Kalksteinfels führt das zu gefährlichen Fehlinterpretationen der Tragfähigkeit. Erst der Laborversuch an der ungestörten Probe deckt die tatsächliche Strukturempfindlichkeit des Bodens auf.